Die Fragen dieses Themas prüfen selten nur den Namen einer Baugruppe. Meist muss entschieden werden, ob ein Effekt vor dem ersten Mischer, in einer Zwischenfrequenz, an einem nichtlinearen Bauteil oder an der Grenze zwischen analoger und digitaler Verarbeitung entsteht.
Vom Antenneneingang bis zur digitalen Ausgabe
| Stufe | Prüfmethode |
|---|---|
| Vorselektion und erste ZF | Ein Spiegelsignal muss vor oder beim ersten Mischen beherrscht werden. Eine hohe erste Zwischenfrequenz vergrößert den Abstand zur Spiegelstelle; die Vorselektion kann das unerwünschte Signal dadurch leichter fernhalten. |
| Zweite ZF und Filter | Auf einer niedrigeren zweiten Zwischenfrequenz lassen sich schmale, steile Filter leichter realisieren. Das Roofing-Filter der ersten ZF muss das breiteste tatsächlich vorgesehene Nutzsignal passieren lassen, nicht den gesamten Abstimm- oder Amateurfunkbereich. |
| Großsignalverhalten | Starke Eingangssignale treiben die Frontend-Stufen in die Nichtlinearität. Mischprodukte dritter Ordnung wachsen dann schneller als die Nutzsignale; ein hoher IP3 kennzeichnet größere Linearitätsreserve. Ein vorgeschalteter Abschwächer kann die Stufe wieder in den linearen Bereich bringen. |
| A/D und D/A | Vor dem A/D-Umsetzer werden Frequenzen oberhalb der halben Abtastrate analog entfernt. Nach dem D/A-Umsetzer glättet ein Rekonstruktionsfilter die Spektralbilder der stufigen Ausgabe. Bereits entstandene Aliasanteile lassen sich nachträglich nicht eindeutig vom Nutzband trennen. |
Für einen Einfachsuper liegen Nutz- und Spiegelstelle auf entgegengesetzten Seiten des Lokaloszillators. Beide sind vom Oszillator um dieselbe ZF entfernt; daraus lässt sich ihr gegenseitiger Abstand ohne Auswendiglernen ableiten. Bei Senderstufen gilt eine ähnliche Zuordnung: Ein nichtlinear betriebener Vervielfacher erzeugt Oberschwingungen, ein nachfolgendes Bandfilter wählt die gewünschte aus, und das Ausgangsnetzwerk passt die Impedanz an und dämpft unerwünschte Harmonische.
Bei Remote-Betrieb kommt eine zeitliche und eine sicherheitstechnische Grenze hinzu. Latenz ist die Verzögerung des Steuer- und Nutzsignals. Fällt die Steuerverbindung aus, muss eine lokale Überwachung fehlende Lebenszeichen erkennen und den Sendebetrieb selbständig beenden; für eine sofortige Abschaltung bei einem nicht mehr steuerbaren Transceiver braucht es zusätzlich einen unabhängigen Weg zur Spannungsunterbrechung.
Typische Prüfungsfallen
- Die Aufgaben der beiden Zwischenfrequenzen vertauschen. Die hohe erste ZF hilft gegen Spiegelstellen; die niedrige zweite ZF erleichtert enge Filterung. Empfindlichkeit oder Kreuzmodulation folgen daraus nicht automatisch.
- Vom FM-Begrenzer eine Begrenzung des Frequenzhubs erwarten. Er kappt Amplitudenschwankungen vor dem Diskriminator und vermindert so AM-artige Störungen; die Frequenzinformation bleibt erhalten.
- Bei unerwünschten Mischprodukten den Vorverstärker einschalten. Zusätzliche Verstärkung erhöht gerade die kritischen Pegel. Eine Dämpfung vor dem Empfängereingang senkt die Belastung der nichtlinearen Stufen.
- Anti-Alias- und Rekonstruktionsfilter nur nach ihrem Namen, nicht nach ihrer Position wählen. Das erste schützt die Abtastung und gehört vor den A/D-Schritt; das zweite bereinigt die analoge Ausgabe hinter dem D/A-Schritt.
- Firewall, unterbrechungsfreie Versorgung oder VOX als Schutz gegen eine hängen gebliebene PTT wählen. Nur eine lokale Zeitüberwachung reagiert gezielt auf ausbleibende Steuertelegramme und beendet die Sendung nach Ablauf der Frist.
Jetzt anwenden
Ein Einfachsuper hat eine ZF von 10,7 MHz und ist auf 28,5 MHz abgestimmt. Der Oszillator des Empfängers schwingt oberhalb der Empfangsfrequenz. Welche Frequenz hat die Spiegelfrequenz?
- 49,9 MHz
- 7,1 MHz
- 39,2 MHz
- 17,8 MHz
Welches Phänomen tritt bei einem gleichzeitigen Empfang zweier Signale an einer nicht linear arbeitenden Empfängerstufe auf?
- Frequenzmodulation
- erhöhter Signal-Rausch-Abstand
- Dopplereffekt
- Intermodulation
Welche Aussage trifft auf das Abtasttheorem zu? Das Theorem ...
- bestimmt die für eine fehlerfreie Rekonstruktion eines Signals theoretisch notwendige minimale Abtastrate.
- besagt, dass theoretisch eine unendliche Abtastrate erforderlich ist, um ein bandbegrenztes Signal fehlerfrei zu rekonstruieren.
- bestimmt die maximale Bandbreite, die durch eine Übertragung mit einer bestimmten Datenübertragungsrate theoretisch belegt werden kann.
- besagt, dass unabhängig von der Art der vorherrschenden Störungen eines Übertragungskanals theoretisch eine unbegrenzte Datenübertragungsrate erzielt werden kann.