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Themenlektion

Schaltungen schrittweise auf Ersatzwert und Funktion zurückführen

Etwa 7 Min.

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Schaltungsfragen wirken oft umfangreich, lassen sich aber auf wenige lokale Entscheidungen reduzieren: Welche Bauteile teilen denselben Strom, welche dieselbe Spannung, und welche Funktion entsteht aus ihrem frequenzabhängigen Verhalten? Rechnen Sie erst nach einer eindeutigen topologischen Zuordnung.

Vom Teilnetz zur Gesamtfunktion

BausteinRegel
WiderständeIn Reihe addieren sich R-Werte. Parallel gilt 1/Rges = Σ(1/R); der Ersatzwert muss kleiner als der kleinste Zweigwert sein. Bei zwei Werten hilft Rges = R1R2/(R1+R2).
KondensatorenParallel werden C-Werte addiert. In Reihe addieren sich die Kehrwerte; der Ersatzwert liegt unter der kleinsten Einzelkapazität. Gleiche Reihenkondensatoren ergeben C/n.
SpannungsteilerIn einer Reihenschaltung ist der Spannungsabfall proportional zum jeweiligen Widerstand. Das Verhältnis zweier Teilspannungen entspricht dem Verhältnis ihrer Widerstände, nicht dem Verhältnis zum Gesamtwert.
SchwingkreisBei Resonanz heben sich kapazitiver und induktiver Blindanteil auf. Der Serienkreis wird niederohmig, der Parallelkreis von außen hochohmig.
OszillatorEin LC-Kreis legt f = 1/(2π√(LC)) fest; wächst L oder C, sinkt f. Ein Quarz liefert durch seine hohe Güte eine besonders stabile Frequenzbestimmung.

Vor dem Zusammenfassen werden alle Werte in dieselbe Einheit gebracht. Markieren Sie dann genau einen reinen Reihen- oder Parallelblock, ersetzen Sie nur diesen und zeichnen Sie die verbleibende Verbindung gedanklich neu. Plausibilitätsgrenzen sind wirksamer als Nachrechnen: Ein Parallelwiderstand kann nicht größer als sein kleinster Zweig sein, eine Reihenkapazität nicht größer als ihr kleinster Einzelwert. Bei identischen Widerständen addieren sich die zulässigen Einzelleistungen sowohl in gleichmäßig belasteter Reihen- als auch Parallelschaltung.

Für die Funktion genügt häufig die Frequenzrichtung: Der kapazitive Blindwiderstand sinkt mit f, der induktive steigt. Ein Tiefpass lässt den unteren, ein Hochpass den oberen Frequenzbereich bevorzugt durch; Bandpass und Bandsperre behandeln einen begrenzten mittleren Bereich gegensinnig. Für hohe Güte bei HF werden verlustarme Kondensatorbauformen bevorzugt.

Ein Verstärker liefert zusätzliche Signalleistung aus seiner Versorgung; er erzeugt keine Energie aus dem Eingangssignal. Ein HF-Leistungsverstärker hebt die Sendeleistung an, während ein Oszillator mit Rückkopplung eine Schwingung erzeugt. Schaltnetzteile erreichen durch schnelles Umschalten typischerweise gute Effizienz bei geringem Gewicht und Volumen, können dabei aber hochfrequente Störanteile erzeugen. Eine gute Gleichspannungsquelle hält ihre Ausgangsspannung unter Last möglichst konstant.

Typische Fehlwege

Jetzt anwenden

Frage 153

Welche Gesamtkapazität ergibt sich bei einer Reihenschaltung der Kondensatoren 100 μF, 200000 nF und 200 μF?

  1. 50 μF
  2. 320 nF
  3. 300,2 μF
  4. 102 μF
Frage 182

Wie verhält sich ein Parallelschwingkreis bei der Resonanzfrequenz?

  1. Wie ein Kondensator mit sehr kleiner Kapazität.
  2. Wie eine Spule mit sehr großer Induktivität.
  3. Wie ein hochohmiger Widerstand.
  4. Wie ein niederohmiger Widerstand.
Frage 198

Wie verhält sich die Frequenz eines LC-Oszillators, wenn bei zunehmender Temperatur die Induktivität der Spule kleiner wird?

  1. Die Frequenz bleibt stabil.
  2. Die Frequenz wird höher.
  3. Die Frequenz wird niedriger.
  4. Die Schwingungen reißen sofort ab.
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